Alexander von Humboldt-Foundation:

Alexander von HumboldtBaron Alexander von Humboldt (1769-1859) ging in die Geschichtsbücher als der bedeutendste Forschungsreisende, Geograph und Naturforscher der Neuzeit ein. Neben den Hauptfeldern seiner Aktivitäten beschäftigen ihn auch die Sprachforschung und Ethnographie. Er studierte u.a. in Frankfurt an der Oder, Göttingen, Hamburg und Freiberg.

1799 brach er im Spanischen La Coruña zu seiner Forschungsreise auf, die ihn durch Südamerika führte. Die erste Etappe umfasste Aufenthalte in Kuba und Mexico, wo sich ihm die Möglichkeit eröffnete, neue Forschungen zu betreiben sowie Aufschlüsse und Erfahrungen aus vorherigen Expeditionen weiter zu vertiefen. Alexander von Humboldt trat dabei offiziell als Mitglied der deutschen Geologengruppe auf, die zur Suche nach neuen Mineralvorkommen von der Deutsch-Amerikanischen Akademie für Bergbau nach Mexico entsandt worden war. Die im Zuge seiner bisherigen Reise durch die südliche Hemisphäre gewonnenen Erfahrungen, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse präsentierte er zu didaktischen Zwecken an der Mexikanischen Akademie für Bergbau. Als nächstes begab sich Humboldt unter anderem nach Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Peru.

Nach der Rückkehr von dieser Expedition widmete er sich ab 1827 seiner wissenschaftlichen Laufbahn und übernahm einen Lehrauftrag für Erdkunde an der Berliner Universität. Die Stelle trägt bis heute seinen Namen und den seines Bruders Wilhelm.
Seine Erfahrung und den gesamte naturwissenschaftlichen Wissensschatz seiner Zeit ordnete Humboldt in seinem zwischen 1845 und 1858 schrittweise in Bändern erschienenem Werk „Kosmos". Seine große Expedition führte zur Herausgabe des ersten kohärenten Weltatlas, detaillierter Karten von Mexico und ganz Südamerika sowie der Neudefinition der physischen Geographie unter Berücksichtigung von Elementen der Klimatologie, Hydrographie sowie der Pflanzen- und Tiergeographie. Humboldt schrieb auch ein 34-bändiges Werk über seine Reise durch den amerikanischen Kontinent. Auf ihn gehen die Begriffe „Naturschutzdenkmal", „Höhenstufe" und die Gliederung in Klimazonen zurück. Nicht zu vergessen ist auch sein aktiver Einsatz für den Menschenrechtsschutz (Schutz der Menschenrechte) und die Abschaffung der Sklaverei überall dort, wo er seine Forschung betrieb.

Humboldts Beziehungen zu Polen spiegeln sich in seinen zahlreichen Kontakten mit der damaligen akademischen Welt Polens (er reiste oft dorthin, besonders ersehnt war sein Besuch an der Universität in Vilnius 1829). Seine Werke wurden gerne ins Polnische übersetzt (die polnische Erstauflage seiner Tagebücher aus Amerika erschien bereits 1809). Die hohe Wertschätzung seiner Arbeit manifestierte sich u.a. in der 1828 erfolgten ehrenvollen Aufnahme in die Ränge der Warschauer Gesellschaft der Wissenschaften. Humboldt zeigte reges Interesse an der aktuellen politischen Lage im Land vor dem Hintergrund der Aufspaltung Polens durch die Großmächte und propagierte auch auf polnischem Boden die Übertragung und Popularisierung hoher Standards im Menschenrechtsschutz.

Die Gesamtheit der wissenschaftlichen Errungenschaften Alexander von Humboldts und der Verlauf seiner Forscherkarriere sind der Grund seiner Wahl als Namensgeber für eine Stiftung, welche sich die Unterstützung der Entwicklung internationaler Zusammenarbeit unter Wissenschaftlern auf die Fahnen geschrieben hat und deren polnische Stipendiaten die Societas Humboldtiana Polonorum gegründet haben.

 


Zusammenfassung auf der Grundlage u.a. von: Hanno Beck, Peter Schoenwaldt, „Der letzte der Großen". Alexander von Humboldt. Kontur eines Genies, Verlag Internationes, Bonn 1999; Thomas Richter, Alexander von Humboldt, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2009; Alexander von Humboldt in der polnischen Literatur/Alexander von Humboldt w piśmiennictwie polskim/Alexandre de Humboldt en littérature polonaise, Bibliographie von Krzysztof Zielnica, Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1989.

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