Alexander von Humboldt-Foundation:

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Sw.p H.Pfeiffe2rEine Epoche ist vergangen. Heinrich Pfeiffer ist tot. Am Vorabend seines 90. Geburtstages, vorzeitig und überraschend hat er uns verlassen. Die tragische Nachricht hat uns tief bewegt.

Heinrich Pfeiffer war eine Persönlichkeit, ein Staatsmann mit Tugenden, die ihm auf jedem Gebiet Erfolg garantierten, mehr noch – die ihn zum jedem Erfolg prädisponiert haben. Ein liebenswürdiger Mensch, ein Mann mit Witz und Würde, ein Freund sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten.

In seinem extrem intensiven Leben lernte er die Welt gut kennen, er verstand es, wichtige Probleme von weniger wichtigen zu unterscheiden und richtige Entscheidungen zu treffen. Seine Welt gehörte jedoch der Alexander von Humboldt-Stiftung. Dass die Stiftung hochverdient als die allerbeste Stiftung der Welt galt und auch heute gilt, war im großen Teil Heinrich Pfeiffers persönlicher Verdienst. Als ihr langjähriger Generalsekretär war Er nicht nur Patriarch, der sich das Ansehen anderer dank sanften und wirkungsvollen Methoden sicherte; sein Blick richtete sich weit in die Zukunft, in eine Zukunft, deren Herausforderungen vor allem die Wissenschaft und die Wissenschaftler lösen sollten. Immer wieder erinnerte er im Geiste Humboldts seine Mitarbeiter und Forschungsstipendiaten an die Freude an der Forschung und an die völkerverbindende Kraft und Humanität der internationalen wissenschaftlichen Zunft. Keine Propaganda für die Stiftung sei notwendig. Die Stipendiaten seien nicht Handels- oder Vertragspartner, sie seien Freunde und Kollegen – betonte er mit Nachdruck. Er war immer bereit, der Schar und jedem einzelnen Stipendiaten zu helfen. Er war stets daran bemüht, junge Wissenschaftler nach Deutschland zu holen, den Deutschen Aufenthalt im Ausland zu gewährleisten. Er war unermüdlich bei der Hilfe, wissenschaftliche Apparatur anzuschaffen und legte großen Wert auf die Nachbetreuung.

Für polnische Forschungsstipendiaten hatte Heinrich Pfeiffer ein weit offenes Herz. Nicht nur die Anzahl der Forschungsstipendiaten aus unserem Land soll eine Bestätigung davon sein. Auch die Verleihung des Kommandeurkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Republik Polen (1992) sowie der Ehrendoktorwürde der Breslauer Universität (1989), die an sich ein hohes Zeichen der Anerkennung für Heinrich Pfeiffer waren, ein wichtiges aber doch ein nur teilweise adäquates Zeugnis seiner Aktivitäten und Verdienste auf dem Bereich der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Entscheidend war die Kontinuität im alltäglichen Kontakt.

Im Jahre 1989 nahm Heinrich Pfeiffer an der Gründungstagung der Societas Humboldtiana Polonorum in Posen teil. Er war von der Schar anwesender Humboldtianer, die die Große Aula der Adam-Mickiewicz-Universität füllten ebenso angetan, wie begeistert er von der Größe der politischen „Wende“ in unserem Land war. Er freute sich, dass nach Jahren des Totalitarismus wieder „ der Wind der Freiheit weht“, warnte aber zugleich vor Extremitäten. Seine spontane Begrüßungsrede gipfelte in einem Aufruf zur Vernunft und Rationalität: „Die Freiheit soll wehen; linde Winde, die auch die Befruchtung der Pflanzen im Frühjahr begünstigen und garantieren, sind erbeten. Keine Stürme, keine Orkane, die in der Natur Bäume und Zweige brechen und viel Schaden anrichten können. Das ist einer meiner Wünsche für Polen und die zukünftige weitere gesellschaftliche und politische Entwicklung“. Ganz zum Schluss sagte Er, ziemlich unbefangen, ganz im Sinne seines eigenen Wortschatzes, mit Humor: „Meine mögliche Umschreibung für SHP lautet als Motto: Sein human Polen (SHP), so Heinrich Pfeiffer“ (SHP).
Zum letzten Mal haben wir Heinrich Pfeiffer 2013 in Posen erlebt, als er an dem Kongress der SHP teilgenommen hatte. Er war weiterhin der Alte, immer ein Humboldtianer, stets ein zielbewusster und verantwortungsvoller Leiter, dem alles Plakative fremd war, ein Freund und Kommilitone. Er ging auf seine Stipendiaten zu, er kannte die allermeisten beim Namen. Daher ist es verständlich, dass für viele von uns Heinrich Pfeiffer heute und es wird auch künftig nicht anderes sein, ein Integrationsglied bleibt, das uns mit der Alexander von Humboldt-Stiftung verbindet.
Wir verneigen uns in Hochachtung und Dankbarkeit vor seinem Wirken und seiner Lebensleistung.

Mitglieder des Gründungskomitees der Societas Humboldtiana Polonorum:
Prof. Wojciech Cichy, Prof. Stefan Kaszyński, Prof. Stefan Kowalski, Prof. Henryk Olszewski, Prof. Hubert Orłowski, Prof. Waldemar Pfeiffer, Prof. Andrzej J. Szwarc, Prof. Andrzej B. Więckowski
Vertreter der Abteilung Posen:
Prof. Wojciech Dajczak (Vorsitzender), Prof. Arkadiusz Wudarski Vize-Präsident der SHP)
Im Namen der o.g. Personen:
Waldemar Pfeiffer (Gründungs- und Ehrenpräsident der SHP)

Poznań, 06. Januar 2017

Polska wersja wspomnień w przygotowaniu.

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